Flächennutzung im Wasserschutzgebiet Föhr-Ost und Grundwasserqualität
Die Qualität des Grundwassers steht in engem Zusammenhang mit der Art der Flächennutzung. Die Anteile der verschiedenen Nutzungsarten innerhalb eines Wasserschutzgebiets sind daher maßgeblich für die gesamtgebietliche Grundwasserqualität.
Die Regelungen der Wasserschutzgebiets- verordnung "Föhr" (WSG-VO) dienen dem vorbeugenden Grundwasserschutz. Sie zielen u.a. auf die Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) ab. Das Gebot der Dauergrünlandnutzung und die Einschränkung der Stickstoff-Düngung sind eine Reaktion auf das Nitratproblem der 1980er Jahre (siehe Rubrik Wasserschutzgebiete).
Neben der Bewirtschaftung der LF sind die Flächenanteile der verschiedenen Nutzungsarten im WSG maßgeblich für die Grundwasserqualität.
Die Karte des WSG Föhr-Ost (Interaktive Karte öffnen) zeigt die Verteilung der Nutzungsarten. Mit einem Flächenanteil von 44 % ist die LF die dominierende Nutzungsart, jedoch überwiegen in der Summe (56 %) die anderen Nutzungsarten. Die vorliegenden Messwerte aus den vergangenen Jahren (Nitrattiefenprofile, Messwerte aus oberflächennahen Beobachtungsbrunnen) zeigen für das WSG Föhr-Ost, dass die Nitratkonzentrationen im Sickerwasser unter dem extensiv genutzten Grünland (hierzu zählt auch der Flugplatz) üblicherweise in einer Größenordnung von 20-30 mg/l liegen.
Unter den älteren Forstflächen finden sich ähnliche Werte, während die Nitratkonzentration unter den neu aufgeforsteten Flächen (< 10 Jahre) teilweise unter 10 mg/l liegt. Die Sickerwasserqualität unter den Spielflächen (Fairway) des Golfplatzes gleicht mit einer Nitratkonzentration von etwa 25 mg/l derjenigen unter extensivem Grünland (dies ergaben Nitrattiefenprofile).
Die Nitratwerte unter dem ungedüngten Rough, bestehend aus Semirough (Gras) und Hardrough (Wald), dürften tendenziell niedriger sein.
Unter den gegebenen Nutzungsbedingungen im WSG Föhr-Ost besteht in Bezug auf den Nitratwert kein Anlass zur Sorge. Die gesamtgebietliche Sickerwasserbelastung mit Nitrat ergibt sich unter Berücksichtigung der Nitratkonzentrationen, Flächenanteile und Sickerwasser-Neubildungsraten der einzelnen Flächennutzungen zu 27 mg/l.
