Flächennutzung im Wasserschutzgebiet Föhr-Ost und Grundwasserqualität
Die Qualität des Grundwassers steht in engem Zusammenhang mit der Art der Flächennutzung. Die Anteile der verschiedenen Nutzungsarten innerhalb eines Wasserschutzgebiets sind daher maßgeblich für die gesamtgebietliche Grundwasserqualität.
Zu dieser Abschätzung passt die aktuelle Nitratkonzentration der 8 flacheren Förderbrunnen des Wasserwerks Föhr-Ost mit einem Mittelwert von 39 mg/l (Stand: 2009). Im Jahr 1990 hatte der Mittelwert dieser Brunnen noch bei 57 mg/l gelegen.
Der Konzentrationsrückgang zeigt den Erfolg der geltenden WSG-VO. Die neue WSG-VO, die im Entwurf vorliegt, sieht die Möglichkeit des Ackerbaus vor. Zulässig sein wird eine Fruchtfolge, bestehend aus Sommergetreide (1 Jahr), Mais (1 Jahr) und Grünland (mindestens 2 Jahre). Erfahrungen mit dieser Fruchtfolge liegen vor. Im Mittel muss mit einer Nitratkonzentration im Sickerwasser von rund 75 mg/l gerechnet werden.
Wie könnte sich die Wiedereinführung des Ackerbaus im WSG Föhr-Ost auf die gesamtgebietliche Sickerwasserbelastung mit Nitrat auswirken? Die Tabelle (rechts) zeigt berechnete Nitratwerte für unterschiedliche Anteile der Ackerfläche (bezogen auf die LF).
Es ist offensichtlich, dass bei flächendeckender Etablierung einer Wechselgrünland-Fruchtfolge (entspricht 50 % Ackeranteil) langfristig deutlich erhöhte Nitratwerte im WSG Föhr-Ost drohen.
Nitratbelastung des Sickerwassers im WSG Föhr-Ost (Gebietsmittelwert)
| Anteil Ackerflächen von LF | Nitratkonzentration | |
| 0 % | 27 mg/l | |
| 25 % | 38 mg/l | |
| 50 % | 48 mg/l | |
Begleitende Untersuchungen im Zuge der landwirtschaftlichen Beratung sind daher unerlässlich.
